PRESSEMITTEILUNG von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
NR. 403
Datum: 27. November 2008
“Aufblähung” der Nord/LB vervielfacht Risiken für den Landeshaushalt
Alleingänge der Länder gefährden die Sparkassen
Heftige Kritik an der geplanten Garantie der Landesregierung für die Nord/LB
kommt von den Landtagsgrünen. “Das zusätzliche Risiko für den Landeshaushalt
überschreitet die möglichen Belastungen aus dem Bundesfonds um ein Vielfaches”,
sagte der finanzpolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Donnerstag (heute) in
Hannover. Der Grünen-Politiker forderte eine unverzügliche Sondersitzung des
Haushaltsausschusses. Bislang habe insbesondere Finanzminister Möllring die
Auswirkungen der Bankenkrise auf Niedersachsen und eine Kreditklemme beim
niedersächsischen Mittelstand geleugnet. Die heute vorgestellte Entscheidung
bestätige “die Unrichtigkeit dieser Möllringschen Analyse”.
Nach Kleins Ansicht ist Ministerpräsident Wulff weiterhin eine Antwort auf die
gegenwärtige Landesbankenkrise schuldig geblieben. Während sich die Sparkassen
als Miteigentümer der Landesbanken bundesweit einstimmig auf einen
Konsolidierungsvorschlag verständig hätten, übten sich die Ministerpräsidenten
der Union in der “Kakophonie”. “Priorität bei den Anpassungsmaßnahmen im
Landesbankenbereich müssen die Interessen der Sparkassen haben”, sagte der
Grünen-Politiker. “Mit ihren Alleingängen missachten die Länder die Interessen
der rund 450 Sparkassen an einer stabilen und dauerhaft leistungsfähigen
Zentralbank und gefährden mit ihrem Egoismus den Bestand der
öffentlich-rechtlichen Bankensäule!”
Weitere “Aufblähungsversuche” würden auch angesichts der sich abzeichnenden
Rezession zu weiterer Instabilität führen. “Der Markt bietet für ein weiteres
Aufrüsten der einzelnen Landesbanken keinen Raum”, sagte der Grünen-Politiker.
Deshalb sei -wie von Sparkassenpräsident Mang gefordert – eine
“Redimensionierung” und funktionelle Bündelung der Aktivitäten gefordert.